Vertragsrecht

Gastspielverträge, Verträge mit Künstlern

Vereinbarung über Gastspielverträge

 

Müssen Gastspielverträge mit den Theatern schriftlich abgefasst werden?

Immer wieder kommen Regisseur*innen zu mir und berichten, dass ein Gastspielvertrag seitens des Theaters im letzten Moment mit der Begründung nicht eingehalten werden, ein solcher bedürfe der Schriftform“ und eine mündliche Vereinbarung über eine Inszenierung allein sei nicht wirksam. Mit anderen Worten: Das Theater sagt eine gemeinsam geplante Inszenierung kurz vor Probenbeginn ab und möchte die (ggfs. anteilige) Vergütung an die Regisseur*innen umgehen. Diese haben den vereinbarten Zeitraum jedoch bereits für die Inszenierung reserviert und erhalten so kurzfristig in der Regel keinen neuen Auftrag mehr – die Spielpläne für die kommende Spielzeit stehen längst fest.

[…] „Vereinbarung über Gastspielverträge“

Ausfallhonorar bei Absage der Vorstellung

 

Bekommen Künstler*innen ihre Honorare, wenn das Theater die Aufführung absagt?

Bei einem Vertrag von Künstler*innen mit einem Theater, einem sog. Gastspielvertrag, handelt es sich entweder um einen (selbständigen oder unselbständigen) Dienstvertrag oder um einen Werkvertrag (dies hängt von den Umständen des Einzelfalls ab).

Wenn das Theater den Theaterabend absagt und kein außerordentlicher Kündigungsgrund vorliegt, können die Künstler*innen jedenfalls einen Teil des vereinbarten Honorars verlangen, vgl. Urteil des AG Münster vom 07.03.2008 – Az. 60 C 4365/07. Dies gilt unabhängig von der Frage, ob es sich bei einem Gastspielvertrag um einen Dienst- oder Werkvertrag handelt. […] „Ausfallhonorar bei Absage der Vorstellung“