Urheber- und Medienrecht

Berabeitung von Fassungen, Verwendung von fremden Videomaterial, Fotografien von anderen Personen

Rezensionen auf eigener Homepage

 

Darf ich Rezensionen, z.B. über meine Inszenierungen, auf meiner Internetseite wiedergeben? Handelt es sich also um ein zulässiges Zitat?

Nein, da das Zitat keinen Belegcharakter hat. Ein sog. Belegcharakter ist jedoch für die Zulässigkeit eines Zitates erforderlich. Es ist jedoch urheberrechtlich grundsätzlich zulässig, den Inhalt eines Schriftwerks in eigenen Worten zusammenzufassen und diese Zusammenfassung zu verwerten.

Tipp: Die Übernahme von lediglich zwei Wörtern, wie „großartige Inszenierung, Fritz J. Raddatz“ ist zulässig, da diese Wörter an sich kein urheberrechtlich geschütztes Werk darstellen. Zudem ist es zulässig, den Artikel auf der eigenen Seite zu verlinken.

Zitate im Programmheft

 

Ist es zulässig, einige von Hannah Arendt stammende Zeilen in das Programmheft zu übernehmen?

Auch bei ordnungsgemäßer Angabe der Quelle wird die Übernahme kleinerer Texte in das Programmheft regelmäßig kein nach § 51 Nr. 2 UrhG zulässiges Zitat darstellen.

Zu Übernahme von Zeitungsausschnitten vgl.: Rezensionen auf meiner Seite

Zum im rechtlichen Sinne zulässigen Zitat vgl.: Filmausschnitte bei meiner Arbeit verwenden

 

Kürzung der Fassung

 

Muss für die Kürzung der Fassung die Einwilligung des Verlages eingeholt werden?

Reine Kürzungen bzw. Streichungen (Strichfassung) sind zulässig, soweit diese für die Umsetzung der Inszenierung notwendig sind und diese nicht zu einer qualitativen Änderung des Werkes führen.

Bei einer gekürzten Fassung handelt es sich in der Regel nicht um eine urheberrechtlich geschützte Bearbeitung.

Fotografie eines Gemäldes

 

Darf ich ein Foto, auf dem ein Werk abgebildet ist, das keinen urheberrechtlichen Schutz mehr genießt (der Urheber ist bereits seit über 70 Jahren verstorben), verwenden?

Nach Ansicht des LG Berlin genießen auch Fotografien von gemeinfreien Gemälden den Lichtbildschutz gemäß § 72 UrhG. Voraussetzung sei allein ein Mindestmaß an persönlicher geistiger Leistung. Diese sei schon durch die verzerrungsfreie Wiedergabe unter Ausblendung von Lichtreflexen und der Wahl des Bildausschnittes gewährleistet (vgl. LG Berlin, Beschl. v.19.5.2015 – 16 O 175/15).

Das Landgericht Berlin hat diese Auffassung mit Urteil vom 31.05.2016 zum Aktenzeichen 15 O 428/15 bestätigt.