Dramaturgische Arbeit

  • 2018

Eine Stadt will nach oben Folge 7 + 8 
Theaterserie in 10 Folgen
Theater Leipzig
Regie: Lucia Bihler, Künstlerische Beratung: Sonja Laaser

»ICH BIN ABER KEIN TRAUM, AUCH ICH BIN EIN MENSCH!«
Fünf Regisseur*Innen, die sich im Laufe einer Spielzeit mit dem gleichen Serienkosmos beschäftigen: Eine Stadt will nach oben startete im September mit den ersten Folgen – seitdem ist viel geschehen. Als Vorletzte übernimmt nun Lucia Bihler die Serien-Stafette. In ihren beiden Folgen wird sie die Beziehungsgeflechte der Hauptfiguren unter die Lupe nehmen. Wer musste was zurückstecken, damit ein anderer seinen Weg beschreiten konnte? Wie hoch ist der Leichenberg von Karls Erfolg zu diesem Zeitpunkt?

Medea oder Das Goldene Vlies
Franz Grillparzer
Theater Lübeck
Regie: Lucia Bihler, Künstlerische Mitarbeit: Sonja Laaser

»Kolchis. Wilde Gegend« – so beginnt Grillparzer seine Trilogie der Medea, der Tochter des Königs Aietes, der großen Liebenden, der Rächerin und Kindsmörderin – ihr Mythos findet vielfältig Ausdruck in der Kunst von der Antike bis zur Gegenwart. Ein griechischer Held, Phryxus, segelt unter dem goldenen Vlies – ein geheimnisvolles Widderfell, das ihn vor jeder Niederlage schützt – nach Kolchis und wird von König Aietes heimtückisch ermordet. Medea ist nicht nur Zeugin des Mordes, sondern auch von Phryxus’ Verfluchung des goldenen Vlies’. Seit diesem grausamen Vorfall plagen Medea, die Priesterin, die Schrecken der Rachegeister, und sie distanziert sich von ihrem Vater. Eines Tages erreichen die Argonauten, Helden aus Griechenland, Kolchis’ Küste, sie wollen Phryxus’ Tod rächen und fordern dessen Schätze – auch das goldene Vlies. König Aietes will ihren Anführer Jason vergiften, doch Medea rettet dem Fremden das Leben. Ihr Vater verstößt sie in die Fremde, wo sie »wie das Tier in der Wildnis« leben soll. Verstoßen wird Medea auch in Jasons Heimat, sie erscheint den Griechen ungeheuerlich. Als sie und das goldene Vlies mit dem Mord an Jasons Onkel in Verbindung gebracht werden, flieht das Paar mit seinen beiden Kindern.

In Korinth bitten sie König Kreon um Asyl. Medea müht sich um Anpassung, vergräbt das Vlies, trotzdem bleibt sie die Fremde aus Kolchis. Jason verrät seine Frau, die aus Liebe zu ihm größte Opfer brachte, und Medea wird vertrieben. Franz Grillparzer erzählt Medeas tragische Geschichte im weiten Bogen wiederholter Gewalt, von den Höhen einer unfassbaren Liebe in die Abgründe mörderischen Handelns – zuletzt von Medea an ihren eigenen Kindern. Inszenieren wird Lucia Bihler, die u. a. am Schauspiel Leipzig, in Oldenburg und Göttingen arbeitet, diesen antiken Stoff – sie hat sich am Theater Lübeck bereits mit ihren ungewöhnlichen, phantasievoll formalen Regiearbeiten »Die bitteren Tränen der Petra von Kant« und »Der Bau« empfohlen.

  • 2017

Prinzessin Hamlet
von E. L. Karhu
Schauspiel Leipzig
Regie: Lucia Bihler, Künstlerische Beratung: Sonja Laaser

Prinzessin Hamlet kann und will diese Vorstellung ihrer Mutter Gertrud nicht bestätigen. Im Gegenteil, sie verweigert sich radikal allen Rollen, die für sie im Familien-, Gesellschafts- und Staatsgefüge vorgesehen sind. Die Vehemenz, mit der sie die Strukturen hinterfragt, ist lebens- und systemgefährdend: Für das Zeichen, das sie setzen will, ist sie bereit ihr Leben zu geben. Prinzessin Hamlet wird als scheinbar Wahnsinnige von ihrer Mutter aus dem Königreich entfernt und im Buckingham Palace einquartiert, wo sie im Palastchor singt und von Mitpatient Ofelio vergöttert wird. Ihre beste Freundin Horatia versucht sie zu retten und endet doch schließlich als Spielball Gertruds, die sie benutzt, um die gesellschaftliche Ordnung aufrechtzuerhalten.

Das Stück der finnischen Theaterautorin und Dramaturgin E. L. Karhu greift Shakespeares Themen wie Wahrheit, Liebe, Verrat und Macht auf, ist dabei aber ein komplett eigenständiges Werk, eine feministische Hamlet-Überschreibung mit Anklängen an Sarah Kane und Heiner Müllers „Hamletmaschine“. Das Motiv der in Wahnsinn mündenden Verausgabung steht zentral sowie die Frage nach dem (nicht)funktionierenden Subjekt innerhalb der Logik, welche die Gesellschaft bereithält, und nach jenen, die ihr eigenes Leben stattdessen in ein weithin sichtbares Zeichen verwandeln wollen.

Das thematische Interesse von E. L. Karhus Stücken kreist vielfach um die Ethik menschlichen Handelns sowie um das Verhältnis zwischen Individuum und Gesellschaft. Die Autorin untersucht in ihrem Schreiben neue dramatische Formen und die Grenzen der Bühnensprache. In ihrem neuesten Stück „Prinzessin Hamlet“ experimentiert sie mit einer comichaften Bildsprache. Es wurde im Februar 2017 am Q-teatteri in Helsinki uraufgeführt.

Der Bau
von Franz Kafka
Theater Lübeck
Regie: Lucia Bihler, Künstlerische Mitarbeit: Sonja Laaser

„Es sind nicht nur die äußeren Feinde, die mich bedrohen“ – dieser Satz steht symptomatisch für die alptraumhaft anmutende Welt, in der sich Kafkas „Bau“-Bewohner in seiner gleichnamigen Erzählung aufhält. Die Regisseurin Lucia Bihler begibt sich mit ihrer Inszenierung in den Kafka-Kosmos, der immer auch um die Fragen kreist: Was ist real? Was ist fiktives Gedankengebäude oder gar krankhafter Wahn? Und kann es eine Wahrheit der individuellen Wahrnehmung überhaupt geben?

Corpus Delicti
von Julie Zeh
Theater an der Parkaue (Prater)
Regie: Marie Schleef, Dramaturgie: Sonja Laaser

Gesund und glücklich sein wollt Ihr alle. Im Roman „Corpus Delicti“ der Bestsellerautorin Juli Zeh werden Gesundheit und Glück aber zum obersten Gebot eines diktatorischen Überwachungsstaats, der seine Untertanen schon mal ausschaltet, wenn sie eine faule Stelle im System sein könnten.
Die Schauspielklasse der Ernst-Busch-Hochschule bringt diese Zukunfts-Horrorvision jetzt auf die Bühne und lädt Euch zur Voraufführung ein.

  • 2016

Die bitteren Tränen der Petra von Kant
von Rainer Werner Fassbinder
Theater Lübeck
Regie: Lucia Bihler, Künstlerische Mitarbeit: Sonja Laaser

Petra von Kant steht am Zenit. Die Modeschöpferin ist reich, erfolgreich – und einsam. Obwohl sie noch jung ist, scheint ihr Ruhm auf dem Erfolg vergangener Tage zu fußen. Nach der Scheidung von ihrem Mann lebt sie allein in einer luxuriösen Wohnung, in der ihr meist nur ihre Dienerin Marlene als Gesellschaft bleibt. Aber die undurchsichtige Angestellte spricht nicht und scheint ihre lethargische Herrin mit Verachtung abzustrafen. Eines Tages wendet sich für Petra von Kant das Blatt, als das Fotomodell Karin Timm in ihr Leben tritt. Eine heiße Liebesaffäre beginnt. Doch bald schon wandelt sich die Beziehung zu einem Machtkampf der beiden Frauen: Aus Liebe wird Obsession, aus Zärtlichkeit Besitzanspruch.

Das Theater Lübeck setzt seine Auseinandersetzung mit dem Werk des genialischen Rainer Werner Fassbinder fort. In seinem Theaterstück reflektiert er das explosive Spannungsfeld aus Sexualität, Liebe und Macht innerhalb seines eigenen Ensembles und schuf eines der berührendsten Beziehungsdramen der jüngeren Literaturgeschichte. Die junge Regisseurin Lucia Bihler, die u. a. am DT Göttingen, Schauspielhaus Wien und am Maxim Gorki Theater Berlin inszenierte, stellt sich nun dem Lübecker Publikum vor und übernimmt die Regie des Dramas einer modernen Geschäftsfrau, deren wirtschaftlicher Erfolg doch die eigene innere Leere nicht zu füllen vermag.

Stimmen:

„[…] eine bemerkenswerte Arbeit, die vom Premierenpublikum begeistert gefeiert wurde.“ Lübeckische Blätter

„Bihlers Mischung aus Stilisierung, Posen und choreografierter Bewegungsartistik, die zuweilen an die radikale Künstlichkeit des Volldampf-Regisseurs Herbert Fritsch erinnert, funktioniert auf das Schönste. […] Ein so erstaunlicher wie frischer Theaterabend.“ Lübecker Nachrichten

„[…] der Zuschauer darf sich auf die herzerwärmend frische Inszenierung eines modernen Klassikers freuen.“ shz

„Das Premierenpublikum feierte die Darsteller und das Regieteam für eine Inszenierung, die sich auch in Millionenstädten sehen lassen könnte.“ HL-live

Der grüne Kakadu
von Arthur Schnitzler
In einer neuen Version mit Texten von Bernhard Studlar
Schauspielhaus Wien
Regie: Lucia Bihler, Künstlerische Mitarbeit: Sonja Laaser

Ein Pariser Nachtklub am Vorabend der Revolution. Aufrührerische Reden werden auf der Straße geschwungen, das Klima ist explosiv. Für die herrschende Klasse, die keineswegs auf ihr standesgemäßes Amüsement verzichten möchte, hat man einen ganz speziellen Nervenkitzel erfunden: Wirt Prospére betreibt ein Etablissement, in dem sich die Adligen im geschützten Rahmen gefahrlos mit einer Prise der ansonsten verdrängten, bedrohlichen Wirklichkeit der Außenwelt konfrontieren können. Eine Schauspieltruppe hält, von den Adligen bezahlt, revolutionäre Reden und jeden Abend geschieht zudem ein eigens für die zahlungskräftigen Zuschauer inszeniertes Verbrechen. Eines Tages jedoch beginnen die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Spiel zu verwischen und Schauspieler wie Zuschauer verlieren den Überblick. Plötzlich scheinen nicht mehr alle Darsteller Herr der Lage zu sein und während draußen die Verhältnisse explodieren, kollabieren auch im vermeintlich sicheren »Grünen Kakadu« alle Gewissheiten bis Blut fließt.

Stimmen:

„So wild und bunt war Schnitzler wohl noch nie. (…) Bühne und Kostüme von Josa Marx sind preiswürdig. Und das Beste ist der morbide Amor auf halsbrecherisch hohen Plateausohlen, der auf einer schwarzen Schaukel wippt und revolutionäre Parolen ins Mikro raunt.“ Die Presse

„Der grüne Kakadu in einer erstaunlichen Fassung. (…) Radikal ins Heute und vom historischen Setting auf eine abstrakte Metaebene transponiert. (…) Das gesamte Team ordnet sich unter und gestaltet einen nicht ganz leicht konsumierbaren, aber erstaunlichen Abend.“ Kurier

„Wie ein Todesvogel erhebt sich von Zeit zu Zeit ein androgyner Sänger (Nicolas Fehr) auf seine Plateau-Overknees und haucht wunderschön seine Trauer aus (Musik: Jacob Suske).“ Der Standard

„Nicolas Fehr (…) hält mit seinem Gesang bis zum handlungsreichen Ende die Geschehnisse im grünen Kakadu zu einem Party-Panorama zusammen. (…) CD-Kauf hiermit empfohlen.“ Nachtkritik

„Draußen tobt die Revolution, drinnen der Wahnsinn“ Kronenzeitung

Mein Kampf
Farce von George Tabori | Deutsch von Ursula Tabori-Grützmacher
Deutsches Theater Göttingen
Regie: Lucia Biehler, Künstlerische Mitarbeit: Sonja Laaser

»Wien, Winter 19… – Asyl in der Blutgasse.« Hier wohnen die Juden Schlomo Herzl und Lobkowitz. Während der Koch Lobkowitz sich für den Gott der Juden hält, versucht der fliegende Buchhändler Schlomo Herzl seine Memoiren zu schreiben. Nebenbei oder eigentlich hauptsächlich aber führen sie theologisch-philosophische Streitgespräche über Würmer, Tafelspitz, neue Gebote oder Dummheit mit jüdischem Sinn für Pointe und Humor. Bis eines Tages ein junger Mann aus der Provinz auftaucht. Von Herzl gefragt, wie er heißt, antwortet er »Hitler«. Er sucht eine Unterkunft, um sich an der hiesigen Akademie der Schönen Künste zu bewerben. Gastfreundlich wie sie sind, nehmen sie ihn auf. Unsicher ist der junge Mann. Ungelenk. Tapsig. Nicht weltgewandt. So nimmt sich Schlomo Herzl seiner trotz der Bedenken von Lobkowitz an: Er lehrt ihn sicheres starkes Auftreten, verpasst ihm einen Seitenscheitel, einen akkuraten Schnauzbart und übt ihn in guter Rhetorik. Doch das alles nutzt nichts: Hitler wird an der Akademie abgelehnt, denn seine Aquarelle mit Titeln wie »Mein Hund im Zwielicht« oder »Meine Mutter beim Erbsenzählen im Zwielicht« reichten dem Auswahlgremium nicht aus. Grund genug für Schlomo, Hitler zu trösten und ihm Ratschläge für seine künftige Laufbahn zu geben, die fatale Folgen für die Weltgeschichte hat.1987 hat George Tabori »Mein Kampf« geschrieben und mit den Mitteln und Möglichkeiten der Farce und des jüdischen Humors die Grundlage für Hitlers Aufstieg erfunden. Darf man nach dem Nationalsozialismus und heute in Zeiten des erstarkenden Rechtsradikalismus über die Zurschaustellung menschenverachtender nationalistischer Argumente lachen? In diesem Falle: ja. Tabori selbst hat es mit Hölderlin seinem Theaterstück vorangestellt: »Immer spielt ihr und scherzt? Ihr müßt! o Freunde! mir geht dies / In die Seele, denn dies müssen Verzweifelte nur.

Stimmen:

„Insgesamt legt Lucia Bihler eine Inszenierung vor, die vor bunten Einfällen strotzt …“ Harzkurier

„Die schauspielerische Leistung ist überzeugend: Die Figuren agieren übertrieben, mit Witz und beinahe pantomimisch wirkenden Gesten … Kostüme und Maske (Josa Marx) sind überzeichnet und passen so hervorragend zur grotesken Handlung.“ HNA

„Komisch, ernst und punktgenau übertrieben hat Regisseurin Lucia Bihler das gleichnamige Theaterstück von George Tabori am Deutschen Theater Göttingen inszeniert.“ Göttinger Tageblatt

  • 2015

Biedermann und die Brandstifter
nach Max Frisch
Deutsches Theater Göttingen
Regie: Lucia Biehler, Künstlerische Mitarbeit: Sonja Laaser
Trailer

Gefahr droht, denn Brandstifter sind in der Stadt. Äußerste Wachsamkeit ist geboten, um Gefahr von Leib, Leben und Eigentum fernzuhalten. Da ist es schon ein wenig leichtsinnig, dass Herr Biedermann einen Fremden ins Haus lässt und ihm, obwohl dessen Verhalten durchaus verdächtig scheint, sogar Obdach auf dem Dachboden gewährt. Der Fremde lässt es sich gut gehen bei den Biedermanns, zieht einen Freund nach und je länger er bleibt, desto offener zeigt er seine Absicht, das Haus des Herrn Biedermann in Flammen aufgehen zu lassen. Doch Biedermann weigert sich, die Zeichen für die Katastrophe zur Kenntnis zu nehmen. Selbst als die ungebetenen Gäste ungeniert mit Benzinfässern und Zündschnüren hantieren, behauptet er Alltag und lädt ungerührt zum Abendessen ein. Selbst mit Zündhölzern hilft er gerne aus. Kurze Zeit später explodiert der städtische Gasometer.»Biedermann und die Brandstifter« ist eine Parabel über die Unfähigkeit des Menschen, voraussehbare Katastrophen durch beherztes Handeln zu verhindern. Egal ob Finanzkatastrophe oder Erderwärmung, der Mensch sieht, was da auf ihn zukommt, und macht weiter wie gehabt. Handeln könnte ja bedeuten, die sorgsam gepflegte Behaglichkeit aufzugeben. Wer sich als Teil des Systems empfindet, der ist nicht bereit, das System zu verändern.Frischs Lehrstück kommt im Gewand einer griechischen Schicksalstragödie daher, doch es unterläuft die Behauptung von der Unentrinnbarkeit des Schicksals mit Ironie. Der warnende Chor, unverzichtbares Element der Tragödie und Transporteur von Pathos, wird in »Biedermann und die Brandstifter« zu einer Feuerwehr, die zum Löschen immer zu spät kommt.

Stimmen:

„Das Publikum hatte großen Spaß an der Produktion und feierte sie minutenlang.“ Göttinger Tageblatt

„Es ist eine schräge und gelungene Neufassung eines Stoffes, der lange zu den meistgespielten auf deutschsprachigen Bühnen zählte.“ HNA

Die Blinden
von Fanny Sorgo nach einem Text von früher
BAT Studiotheater Berlin
Regie: Olga Hohmann, Dramaturgie: Sonja Laaser

… die blindgeborene: lasst uns nicht von unseren augen sprechen! warum kann man nur nach draußen gehen, wenn die sonne hoch steht? wer merkt denn etwas davon? ich wüsste nicht, ob ich gerade mittags oder um mitternacht spazieren gehe. habt mitleid mit denen, die dies merken! …

WIE ALLES ANFING / Zauberflöte
von Simon Kubisch
Kunstlabor am Tower, Berlin
Regie: Simon Kubisch, Dramaturgie: Sonja Laaser

Eine Gruppe von jungen (und alten!) Schauspieler_innen, Theatermacher_innen, Geisteswissenschaftler_innen, (ehemaligen!) Mitglieder*Innen einer terroristischen Vereinigungen, Ingenieur_innen, Aktivist_innen, Architekt_innen Mitarbeiter_innen des Staatsschutzes macht sich auf die Suche nach neuen Formen des gesellschaftlichen Zusammenlebens: Die Suche nach einem Kollektiv, einem gemeinsamen, lebendigen, künstlerischen und sexuellen Austausch, nach einer gerechteren und fideleren Gesellschaftsordnung und stellt sich dabei die Frage, WIE das eigentlich ALLES ANFING, dieser Kampf um eine bessere Welt?
Warum haben Menschen, die unsere Eltern/Großeltern/Geschwister/(Kinder!)/Handwerker/Scheiderechtsanwälte sein könnten, den Stein, den (Molotow!) Cocktail, die Waffe in die Hand genommen, auf ihre eigene Karriere, auf ihre eigenen Privilegien, ja auf sich selbst verzichtet, um eine solche Welt Wirklichkeit werden zu lassen. Warum nur haben die das gemacht…???!!! Und was hat eigentlich diese verdammte Zauberflöte mit alldem zu tun? Eine künstlerisch, geopolitisch, psychophysische Standortbestimmung!

  • 2014

Gott ist ein DJ
von Falk Richter
BAT Studiotheater Berlin, Thalia Theater (Körber Studio)
Regie: Janne Kummer, Dramaturgie: Sonja Laaser & Sven Björn Popp

ER und SIE haben ein gemeinsames Projekt. Unablässig filmen und vermarkten sie ihr Leben. Das tun sie in einer Zeit vor den Social Medias, in der mediale Präsenz noch künstlerischer Strategien bedurfte. Es herrscht eine Logik universeller Nutzbarmachung – Biografien werden verwertet, die Grenzen zum Privaten aufgelöst. Die Figuren scheinen nur als Marke im Spiegel der Öffentlichkeit zu existieren, um deren Aufmerksamkeit -Anerkennung sie kontinuierlich ringen. Für beide ist klar: Die Welt ist dekonstruierbar und die alte Ordnung obsolet, denn wenn Gott ein DJ ist, kann alles möglich sein! Es bleibt die Frage: Wo finden sie Halt?

Stimmen:

https://www.youtube.com/watch?v=lLklzCq-ZJU
Live-Kritik jungeregie

†I†U$
nach William Shakespeares Titus Andronicus
Ballhaus Ost Berlin
Regie: Lucia Bihler, Dramaturgie: Sonja Laaser, Sven Björn Popp
Trailer: https://vimeo.com/97452069

ROM. Rom ist Rom, auf dem Höhepunkt seiner Macht, selbsternannter Geburtshelfer des Rechts, Hort von Tugend und Werten. Vor seinen blutverschmierten Toren kriechen Crackhuren und Kriegskrüppel, Pimps und Penner, Sklaven und Diktatorinnen durch den Schlamm. Bandenkrieger in a mob, whats a mob to a king, whats a king to a god, whats a god to a non believer- schlachten sich gegenseitig ab. TITUS ANDRONIKUS DER SCHLACHTENLENKER MUSS JETZT ABER MAL AUFRÄUMEN. IHR BLUTHUNDE IN ROM REGIERT DAS RECHT: Gerechtigkeit, Gerechtigkeit, wer hat dich gefickt Gerechtigkeit? Heute soll ein Tag der Liebe sein, kommt Freunde, kommt!